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Dolní Lutyně: die Taaffes, der heilige Patrick und die Olsa an der polnischen Grenze
Dolní Lutyně liegt im Teschener Schlesien zwischen Bohumín, Karviná und Orlová und grenzt im Norden an Polen. Hier leben über fünftausenddreihundert Einwohner1. Die Gemeinde besteht aus zwei Teilen: Dolní Lutyně selbst und Věřňovice an der Olsa, das seit 1975 dazugehört.
Das Ortsbild beherrscht die barocke Kirche Johannes des Täufers2. Erbauen ließ sie Mitte des 18. Jahrhunderts Nikolaus Taaffe aus einem irischen Adelsgeschlecht, der am Friedhof auch eine Statue des irischen Schutzpatrons, des heiligen Patrick, anfertigen ließ. Zu Dolní Lutyně gehören außerdem Bauernhöfe und eine Blockbauscheune, eine polnische Minderheit mit eigener Schule und im Norden die Olsa, an der sich Naturschutzgebiete erstrecken.
An der Olsa, nahe der polnischen Grenze
Dolní Lutyně gehört zum Bezirk Karviná in der Mährisch-Schlesischen Region und liegt im historischen Teschener Schlesien. Im Westen grenzt die Gemeinde an Bohumín, im Süden an Orlová, im Osten an Dětmarovice und im Norden an Polen. Sie erstreckt sich überwiegend am linken Ufer der Olsa, unweit von deren Mündung in die Oder3. Die Mündung selbst liegt allerdings schon auf dem Gebiet von Bohumín. Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden, Dolní Lutyně und Věřňovice, mit zusammen etwa 25 km².
Der nördliche Teil der Gemeinde liegt in der Talaue der Olsa. Hier erstrecken sich zusammenhängende Felder mit guten Ackerböden, durchzogen von einem dichten Netz von Entwässerungsgräben. Der südliche Teil liegt in welliger Landschaft, die Bebauung ist dort verstreut3. Durch den Ort fließt der Bach Lutyňka, der in die Olsa mündet. Zu den größeren Gewässern im Gemeindegebiet gehören eine geflutete Sandgrube, in der Kies und Sand abgebaut werden, und der Teich Farský rybník3.
Nach Angaben der Gemeinde war Dolní Lutyně stets überwiegend landwirtschaftlich geprägt, und die meisten Einwohner pendeln heute zur Arbeit in die umliegenden Städte und Gemeinden. Die Einwohnerzahl wächst in den letzten Jahren, vor allem durch Zuzug3. Das Gemeindewappen zeigt einen blauen Schild mit einer goldenen Getreidegarbe und zwei silbernen Rosen, die an das angeschlossene Věřňovice erinnern.
Luthina, Deutsch Leuten und Polnisch Leuten
Erstmals ist der Ort 1305 als Luthina verzeichnet, in einem Zehntregister des Bistums Breslau3, also des Bistums im heutigen polnischen Wrocław. Gegründet haben das Dorf wahrscheinlich Benediktiner aus dem Kloster in Orlová während der Kolonisation Oberschlesiens Ende des 13. Jahrhunderts. Es lag im Herzogtum Teschen, das 1327 ein Lehen der böhmischen Krone wurde. Ursprünglich war es ein großes Dorf. Später teilte es sich in zwei Siedlungen, Deutsch Leuten und Polnisch Leuten. Das einstige Polnisch Leuten ist heute Lutyně, ein Teil der Stadt Orlová.
Der Zusatz „Deutsch“ diente zur Unterscheidung vom benachbarten Polnisch Leuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Gemeinde ihren heutigen Namen Dolní Lutyně, polnisch Lutynia Dolna. 1365 verkaufte Herzog Przemislaus von Teschen beide Orte an Paško von Barutswerde. Später fiel ein Teil des Dorfes wieder an die Teschener Herzöge und kam zur Herrschaft Fryštát, ein anderer Teil blieb ein selbstständiges Gut.
Die Pfarrkirche Johannes des Täufers ist erstmals 1447 belegt. Laut dem Verzeichnis des sogenannten Peterspfennigs, einer an den Papst abgeführten Abgabe, hatte sie damals den festgesetzten Betrag von sechs Groschen nicht bezahlt4. Im 16. Jahrhundert wurde die Pfarrei lutherisch, da die adligen Besitzer, die Geraltowski von Geraltowitz und die Grafen Schlik, beim Protestantismus blieben. Noch 1652 war die Kirche in der Hand eines lutherischen Predigers. Im Frühjahr 1654 zog dann auf Befehl Kaiser Ferdinands III. ein bewaffneter Konvoi durch das nördliche Teschener Land, schloss die protestantischen Kirchen und vertrieb ihre Geistlichen4.
Erster belegter katholischer Pfarrer war ab 1671 Pavel František Buchalik, der hier 32 Jahre lang wirkte. Laut einem Visitationsbericht von 1688 wurde im Pfarrhaus Bier gebraut. Derselbe Bericht beschreibt die Kirche als ganz aus Holz auf gemauerten Fundamenten. Ein hölzerner Glockenturm war mit der Kirche verbunden, Kirche, Glockenturm und Leichenhalle hatten Strohdächer, und den Friedhof umgab ein Balkenzaun4. Die Pfarrer wohnten damals in Dětmarovice und kehrten erst 1792 nach Lutyně zurück, als hier ein neues Pfarrhaus gebaut wurde4.
Die Taaffes aus Irland
Ab 1700 gehörte Dolní Lutyně den Grafen Taaffe3, einem Adelsgeschlecht aus Irland. In diesem Jahr erbte Graf Franz Taaffe den Ort, und sein Geschlecht besaß ihn dann fast hundert Jahre lang. Deutliche Spuren hinterließ hier Nikolaus Taaffe, gebürtiger Ire und General der kaiserlichen Armee, der später auch Fryštát kaufte. Er war Patron und Stifter der neuen Kirche4.
Im April 1740 wurde die alte Holzkirche abgetragen. Ihren Hochaltar schenkte Graf Taaffe der Kirche im benachbarten polnischen Godów, die Kanzel der Kapelle in Gołkowice4. Die Balken der Kirche sollen für die Decken des neuen Schlosses verwendet worden sein. Bald unterbrach der Krieg den Bau: Im Dezember 1740 fiel der preußische König Friedrich II. in Schlesien ein. Die neue Kirche wurde erst 1746 fertiggestellt und am 28. November feierlich gesegnet4.
Zur Erinnerung an die alte Heimat ließ Nikolaus Taaffe Statuen des irischen Schutzpatrons, des heiligen Patrick, anfertigen. Eine aus dem Jahr 1749 steht am vorderen Eingang zum Friedhof in Dolní Lutyně5, die andere in Fryštát, heute ein Teil von Karviná. Die Sandsteinstatue zeigt den Heiligen als Bischof mit Mitra. Den Sockel umgibt ein später hinzugefügtes gusseisernes Gitter2.
Die Taaffes errichteten in Dolní Lutyně ein barockes Schloss als Sommersitz. 1792 kauften die Grafen Larisch, die Besitzer von Karviná, den Ort. Die Larischs nutzten danach die Bodenschätze der Region für deren wirtschaftliche Entwicklung3, Dolní Lutyně blieb aber überwiegend ein Bauerndorf. Nach 1945 verfiel der Besitz allmählich. Vom Areal des ehemaligen Schlosses sind das frühere Verwaltungsgebäude, ein Speicher und ein Wirtschaftsgebäude erhalten3.
Kirche Johannes des Täufers
Die Kirche steht auf einer Anhöhe in der Ortsmitte, umgeben von einem Friedhof, auf dem bis heute bestattet wird. Dreizehn Jahre nach ihrer Fertigstellung, am 9. September 1759, weihte sie der Breslauer Fürstbischof Philipp Gotthard von Schaffgotsch4. Der Bau ist einschiffig mit zwei Seitenkapellen und hat an der Westfassade einen vierseitigen Turm mit glockenförmiger Haube. Über dem Dach des Schiffs sitzt ein kleiner Dachreiter, ein sogenannter Sanktusturm. Die Gewölbe des Schiffs, die Empore – eine erhöhte Galerie im Westteil der Kirche – und die Brüstungen der Oratorien schmückt reicher Stuck mit Pflanzenranken und Rocaillen, muschelähnlichen Ornamenten. Die Gemeinde bezeichnet die Kirche als sehr gelungenen Barockbau mit einheitlicher Innenausstattung aus der Entstehungszeit2.
Auf dem Friedhofsgelände stehen außer dem heiligen Patrick auch barocke Statuen des heiligen Johannes Nepomuk und des heiligen Antonius von Padua aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sowie ein Steinkreuz aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts2. Die Statue des Johannes Nepomuk ist nach Angaben der Pfarrei älter als die heutige Kirche. Schon der schlesische Zeichner und Kupferstecher Friedrich Bernhard Werner hat sie nämlich auf seiner Ansicht der Holzkirche festgehalten4.
Im Turm hängt nach Angaben der Pfarrei eine seltene Renaissanceglocke vom Ende des 15., eher aber vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Im Ersten Weltkrieg bewahrte Pfarrer Jindřich Dziekan sie vor der Beschlagnahme. Drei Glocken, die die Pfarrei 1924 bei der Firma J. Herold in Chomutov gekauft hatte, beschlagnahmten im Zweiten Weltkrieg die nationalsozialistischen Besatzungsbehörden. Neue Glocken goss 1994 der Glockengießer Josef Tkadlec in Halenkov in der Mährischen Walachei. Die größte, die heilige Hedwig, wiegt 250 Kilogramm, die beiden anderen tragen die Namen der heiligen Agnes von Böhmen und des heiligen Johannes Sarkander4.
Das Aussehen der Kirche hat sich im Lauf der Jahrhunderte verändert. 1860 wurden das morsche Dach und der Turm erneuert. 1987 erhielt der Turm eine Verkleidung aus Kupferblech und das Dach eine Blecheindeckung, was nach Angaben der Pfarrei das Erscheinungsbild der Kirche deutlich veränderte. 1996 wurden das Hauptbild, die Taufe Christi, und die Wappen der Stifter, des Grafen Taaffe und seiner Gattin Maria Anna von Spindler, restauriert. 2009 wurden die Entwässerung erneuert und der Hang befestigt4.
Teiche, eine Scheune und die Straßenbahn
Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten zur Herrschaft Lutyně neben Deutsch Leuten auch Dětmarovice, Nová Ves, Skřečoň und Věřňovice, dazu mehrere Gutshöfe, eine Brauerei, Mühlen und zahlreiche Teiche. Bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Gemeindegebiet ein ausgedehntes Teichsystem6. Der größte Teich, Nerad, war über 300 Hektar groß7. Die Teiche sind verschwunden, an ihrer Stelle liegen heute Felder.
Von den ländlichen Bauten jener Zeit ist im Ortsteil Nerad bei der Sandgrube eine Blockbauscheune vom Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten. Sie ist aus unbehauenen Stämmen gezimmert, ein Ende ist vieleckig, das andere hat einen dreieckigen Giebel mit Anbau. An den Längsseiten hat sie zweiflügelige Tore, und ein Teil der Scheune ist unterkellert2. Die Scheune gehört zu den sogenannten polygonalen Scheunen und ist ein Kulturdenkmal.
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert prägte Pfarrer Jindřich Dziekan, der hier ab 1888 wirkte, das Leben im Ort maßgeblich. Er wirkte an der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (1892), eines Landwirtschaftsvereins, der Schule in Zbytky (1905) und eines Kindergartens mit4. Bei der österreichischen Volkszählung 1910 gab die überwiegende Mehrheit der Einwohner Polnisch als Umgangssprache an, also als die Sprache, die sie im Alltag sprachen. 1913 nahmen die Schlesischen Landesbahnen eine elektrische Schmalspurbahn in Betrieb, im Volksmund Straßenbahn genannt, von Karviná über Orlová nach Deutsch Leuten und von Deutsch Leuten nach Bohumín8.
Das zwanzigste Jahrhundert
Nach dem Ersten Weltkrieg stritten die Tschechoslowakei und Polen um das Teschener Land. Bei dessen Teilung 1920 fiel die Gemeinde samt Věřňovice an die Tschechoslowakei. Im Oktober 1938, nach dem Münchner Abkommen, gliederte Polen die Gemeinde in sein Gebiet ein, und nach der Niederlage Polens 1939 wurde sie Teil des Deutschen Reiches. Dolní Lutyně und Věřňovice wurden am 1. Mai 1945 von der sowjetischen Armee befreit5.
Beim Weiler Nerad liegt die Bahnhaltestelle an der Strecke von Bohumín nach Dětmarovice. Seit den 1960er-Jahren verkehren auf dieser Strecke auch Fernzüge nach Český Těšín und in die Slowakei, an der Haltestelle fahren sie aber ohne Halt durch. Die Straßenbahn fuhr bis Januar 1971 nach Dolní Lutyně. Damals wurde wegen des baufälligen Zustands der Brücke über die Eisenbahn in Skřečoň der Betrieb zwischen dem Bohumíner Depot und Dolní Lutyně eingestellt8.
An beide Weltkriege erinnern Denkmäler. Bei der Apotheke steht eine Sandsteingruppe von 1934, die zwei Soldaten zeigt, die einen verwundeten Kameraden aufheben. Im Sockel ist eine Tafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen eingelassen. An die Jahre 1938–1945 erinnert ein Denkmal aus Sandsteinfindlingen mit einer Schale für ein ewiges Feuer, das heute am Friedhof steht5.
Věřňovice
Věřňovice, der nördliche Teil der Gemeinde an der Olsa, hieß ursprünglich Wernersdorf, also das Dorf des Werner. 1305 ist es lateinisch als Wernheri villa verzeichnet, der heutige Name entstand durch Verkürzung der tschechischen Form Věřněřovice. Polnisch heißt der Ort Wierzniowice. Bis 1975 war er eine selbstständige Gemeinde. Jenseits der Grenze liegt das polnische Gorzyczki. Die Grenzkontrollen an den Übergängen bei Věřňovice endeten mit dem Beitritt Tschechiens und Polens zum Schengen-Raum im Dezember 2007.
An einer Weggabelung an der Straße zur Olsabrücke steht die Kapelle des heiligen Isidor. Zuerst wurde hier nach 1800 ein Glockenturm errichtet, denn zur Kirche gingen die Bewohner von Věřňovice bis nach Deutsch Leuten. Die Kapelle selbst entstand etwa 1869–1873. Vor ihr steht eine farbig gefasste Sandsteinstatue des heiligen Johannes Nepomuk, eine volkstümliche Steinmetzarbeit von der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert2.
Im April 2024 kehrte eine fast 250 Jahre alte Glocke in die Kapelle zurück. Gegossen wurde sie 1779 in der Werkstatt von Franz Stanke in Opava. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs brachten die Nationalsozialisten sie fort, und jahrzehntelang läutete sie in der Kirche St. Georg im deutschen Hemmingen9. Sie kehrte im Rahmen des Projekts Friedensglocken für Europa zurück, und der Pfarrer widmete ihrer Rückkehr den Sonntagsgottesdienst am 14. April 2024. In Hemmingen läutet heute an ihrer Stelle eine neu gegossene Glocke mit demselben Ton9.
Auf einem Feld an der Straße zum Grenzübergang steht ein Grab aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866. In einen barocken Sandsteinsockel ist ein gusseisernes Kreuz mit Christuskorpus eingesetzt. Ringsum steht ein schmiedeeisernes Ziergitter mit Blüten, Rosetten und Zapfen, eine Arbeit des Teschener Schmieds Wybranietz2.
Die Olsa und geschützte Natur
Durch den nördlichen Teil der Gemeinde fließt die Olsa, die hier mäandriert3. Das 1989 ausgewiesene Naturdenkmal Věřňovice schützt eine ausgeprägte Flussterrasse der Olsa, also eine erhöhte Stufe über dem Fluss, mit fast natürlichem Auwald und geschützten Arten. Nach Angaben der Region gibt es hier ein reiches Schneeglöckchenvorkommen, das im Bezirk einzigartig ist. In den Wäldern lebt der Dachs, und unter den 40 Singvogelarten brüten hier zum Beispiel Pirol und Neuntöter10.
Das zweite Naturdenkmal ist seit 2013 Niva Olše-Věřňovice. Es besteht aus drei alten Baumreihen, meist auf Resten der Dämme ehemaliger Teiche. In den alten Eichen lebt der seltene Käfer Eremit7. Seinetwegen und wegen der Gelbbauchunke gehört die Olsaaue um Věřňovice mit ehemaligen Mäandern, Altarmen und Auwald zu den Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung im Netz Natura 20006. In die Katastralgebiete von Dolní Lutyně und Věřňovice reicht auch das Vogelschutzgebiet Heřmanský stav – Odra – Poolší. Die Regierung wies es 2007 aus, geschützt sind hier Zwergdommel, Eisvogel und Blaukehlchen11.
Dolní Lutyně heute
Durch den Norden der Gemeinde führt die Autobahn D1. Den Abschnitt von Bohumín bis zur Staatsgrenze eröffnete die tschechische Straßen- und Autobahndirektion Ende November 2012. Bei Věřňovice schließt die polnische Autobahn A1 an, die bis zur Ostsee führen soll12. Durch den Ort verläuft außerdem die Straße von Bohumín nach Karviná. Dolní Lutyně gehört zum Verwaltungsbezirk der Gemeinde mit erweitertem Wirkungsbereich Bohumín.
Die polnische Minderheit hat im Ort eine eigene Tradition3. Bei der Volkszählung 2021 bekannten sich 187 Einwohner zur polnischen Nationalität13. Neben der Grundschule mit Kindergarten Alois Jirásek gibt es hier auch eine Grundschule mit Kindergarten mit polnischer Unterrichtssprache14. In Dolní Lutyně wie in Věřňovice haben der Polnische Kultur- und Bildungsverband und der Turnverein Sokol eigene Ortsgruppen. Im Ort gibt es zwei Freiwillige Feuerwehren, Pfadfinder und polnische Pfadfinder, die Harcerze15.
Im März 2024 fasste die Regierung einen Beschluss zur Vorbereitung eines strategischen Industrieparks auf den Feldern zwischen Nerad und Věřňovice, bekannt als Gigafactory. Noch im März entstand im Ort der Verein Zachovejme Poolší (Bewahren wir Poolší), und im Juni 2024 fand ein örtliches Referendum statt16. Nach Angaben der Gemeinde vom Januar 2026 bereitet die Region eine Änderung ihrer Grundsätze der Raumentwicklung vor, ihres wichtigsten Raumplanungsdokuments, die in der Gemeinde eine Fläche für Produktion und Lagerung von bis zu 280 Hektar ausweisen soll. Die Gemeinde reichte dazu Einwendungen ein, die öffentliche Erörterung fand im Januar 2026 statt16.
In Dolní Lutyně wurde Tadeusz Krzystek geboren, im Krieg Mechaniker der polnischen Luftwaffe in Großbritannien. Mit seiner Frau Anna stellte er später ein Verzeichnis der Angehörigen der polnischen Luftwaffe in Großbritannien aus den Jahren 1940–1947 zusammen, bekannt als Lista Krzystka (Krzystek-Liste). In Věřňovice wurde die Rundfunkjournalistin und Schriftstellerin Otylia Toboła geboren, die bis 2012 die polnische Redaktion des Tschechischen Rundfunks Ostrava leitete.