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Rychvald: das Schloss der Barský, die Kirche der heiligen Anna und der Teich Skučák

Der Teich Skučák an einem Märzmorgen, 2020
Der Teich Skučák an einem Märzmorgen, 2020 Foto: Tadeáš Bednarz, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Rychvald liegt im historischen Teschener Schlesien, direkt am nordöstlichen Rand von Ostrava, und grenzt auf allen Seiten an andere Städte: an Bohumín, Orlová, Petřvald und Ostrava. Hier leben knapp achttausend Menschen1. Stadt ist Rychvald seit 1985, seine Geschichte reicht aber bis um das Jahr 1305 zurück, als es erstmals in einem Zehntregister des Bistums Breslau auftaucht2.

Das Renaissanceschloss und die Kirche der heiligen Anna, laut der Stadt die beiden ältesten Bauwerke von Rychvald, ließ Ende des 16. Jahrhunderts Bernard Barský von Baště errichten. Im 19. Jahrhundert wandelte sich das Bauerndorf mit dem Aufschwung des Kohlebergbaus in der Umgebung zu einer Bergarbeitergemeinde, und im 20. Jahrhundert wurde auch unter seiner Gemarkung Kohle abgebaut. Zugleich entstand auf dem Stadtgebiet eine ganze Reihe von Teichen. Einer von ihnen, der Skučák, ist ein Naturreservat.

Eine Stadt zwischen Ostrava und Orlová

Der Teich Velký Cihelňák am westlichen Stadtrand, 2011
Der Teich Velký Cihelňák am westlichen Stadtrand, 2011 Foto: Michal Klajban, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Rychvald gehört zum Bezirk Karviná in der Mährisch-Schlesischen Region. Es liegt im Becken von Ostrava, im Ostrau-Karwiner Steinkohlerevier, und seine Bebauung ist mit dem Ostrauer Stadtteil Michálkovice zusammengewachsen. Im Norden grenzt es an Bohumín, im Osten an Orlová, im Süden an Petřvald und im Westen an Ostrava. Die Stadt umfasst etwa 17 km² und liegt etwas über 200 Meter über dem Meeresspiegel2. Sie besteht aus einer einzigen Katastralgemeinde, die Einheimischen unterscheiden aber eine Reihe von Vierteln, etwa Horní und Dolní Podlesí, Jarošovice, Fojtství, Návsí, Kympy, Zbytky oder Starý dvůr.

Den Namen Starý dvůr (Alter Hof) trägt der westliche Teil der Stadt. Laut der Website der Stadt stand etwa 800 Meter nordwestlich des heutigen Schlosses ein Gutshof, den Karten aus den Jahren 1876–1878 als „Alt Hof“ verzeichnen; dort könnte der Sitz früherer Besitzer der Herrschaft gewesen sein2. Durch das Gebiet fließen mehrere Bäche, die früher den Bau von Teichen ermöglichten, und es entstand hier eine ganze Reihe davon2.

Deutsch heißt die Stadt Reichwaldau, polnisch Rychwałd. Die älteste überlieferte Form des Namens lautet Richinwalde. Der Name ist deutschen Ursprungs und wird als „am reichen Wald“ gedeutet. Im Tschechischen war seit dem 15. Jahrhundert die Form Rycholtov gebräuchlich, und in der örtlichen Mundart sagte man „rychfołt“. Wappen und Flagge verlieh der Stadt die Vorsitzende des Tschechischen Nationalrats am 7. Mai 1992. Der Schild ist von Silber und Blau geteilt; oben wachsen aus der Teilungslinie drei blaue Lindenblätter, unten liegt ein silberner Balken3.

Vom bischöflichen Zehnt zu den Barský von Baště

Kirche der heiligen Anna, 2018
Kirche der heiligen Anna, 2018 Foto: D T G, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Erstmals erwähnt wird Rychvald um das Jahr 1305 in einem Zehntregister, also einem Verzeichnis der Abgaben, die die Dörfer an das Bistum Breslau zahlten. Das Dorf hatte damals etwa vierzig Hufen. Das genaue Gründungsjahr ist nicht bekannt; laut der Stadt entstand es wohl Ende des 13. Jahrhunderts2. Wahrscheinlich geschah das bei der Besiedlung, die das Benediktinerkloster im nahen Orlová leitete. Von Anfang an gehörte Rychvald zum Herzogtum Teschen, das 1327 ein Lehen des böhmischen Königs Johann von Luxemburg wurde. Nach dem Tod des letzten Teschener Piasten 1625 fiel das Herzogtum direkt an die Habsburger, die es bis 1918 hielten2.

Die hiesige Pfarrei ist 1447 im Register des Peterspfennigs unter den Pfarreien des Dekanats Teschen verzeichnet. Die ursprüngliche Holzkirche vernichtete 1535 ein großer Brand. Rychvald gehörte zum Besitz des Klosters von Orlová, und nach dessen Aufhebung schlug es der Teschener Herzog Wenzel III. Adam der Herrschaft Fryštát zu. Das Herzogtum verschuldete sich jedoch, und der Herzog musste einen Teil der Herrschaft mit Rychvald verkaufen. 1573 erwarb ihn Burian Barský von Baště.

Sein Sohn Bernard Barský von Baště wählte Rychvald zu seinem Sitz und ließ hier von 1575 bis 1577 ein weitläufiges Renaissanceschloss errichten4. Er war Protestant und ließ Ende des 16. Jahrhunderts auch eine gemauerte Kirche bauen, die heutige Kirche der heiligen Anna. Die Barský hielten Rychvald bis 16305. Danach wechselten sich auf der Herrschaft die Tluk von Tošanovice, die Haugwitz von Biskupitz, die Vrbna, die Freudenthal und die Gašín von Rosenberg ab. Nach der Schlacht am Weißen Berg kam die Rekatholisierung, und die hiesige Pfarrei wurde 1668 katholisch.

Das Schloss Starý dvůr und seine Besitzer

Schloss Rychvald nach der Sanierung, 2018
Schloss Rychvald nach der Sanierung, 2018 Foto: Tadeáš Bednarz, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Das Schloss steht im westlichen Teil der Stadt, und die Einheimischen nennen es auch Starý dvůr. Laut der Stadt ist es das älteste erhaltene Bauwerk von Rychvald. Es ist ein vierflügeliges, zweigeschossiges Schloss, das laut der Stadt außen 60 × 80 Meter misst; der Innenhof hat 48 × 48 Meter2. Bewohnt waren der Nord- und der Ostflügel, im Süd- und im Westflügel befanden sich Speicher und Ställe. Das steinerne Portal des Haupteingangs schmücken die Wappen Bernard Barskýs von Baště und seiner dritten Ehefrau Anna Sobišovská von Šinovice2. Der Überlieferung nach wurde für den Bau Stein aus dem abgerissenen Benediktinerkloster in Orlová verwendet. Aus der Zeit der Leibeigenschaft verzeichnet die Website der Stadt eine Strafbank, die man „na bardoňu“ nannte; ihren Namen soll sie nach dem Menschen bekommen haben, der sie als Erster zu spüren bekam.

Mitte des 18. Jahrhunderts verkauften die verschuldeten Gašín Rychvald an Baron Jan Václav Mönnich. Seine Tochter und Erbin Anna Marie Tekla heiratete 1791 den Grafen Jan Josef Larisch6; so entstand das Geschlecht Larisch-Mönnich, das im Karwiner Gebiet den Kohlebergbau und die Industrie förderte. 1869 entstand vor dem Schloss eine Haltestelle der Kaschau-Oderberger Bahn5. Eugen Larisch-Mönnich und seine Tochter Franziska bauten das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um. Franziska heiratete 1898 den späteren Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und brachte ihm das Schloss als Mitgift ein. Die Starhemberg besaßen Schloss und Herrschaft bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs; der letzte Besitzer ging laut der Website der Stadt vor Weihnachten 1944 fort2.

Nach dem Krieg übernahm die Verwaltung des Nationaleigentums das Schloss und übergab es 1950 der landwirtschaftlichen Genossenschaft (JZD) Rychvald, die darin Lager, Wohnungen und einen Wirtschaftshof einrichtete. Von 1962 bis 1989 gehörte es dem Werk Rekultivace des Unternehmens OKD und verfiel stark5. Kulturdenkmal ist es seit 19584. 1988 dachte man bereits über seinen Abriss nach2. Auch in den 1990er Jahren, als mehrere Eigentümer aufeinander folgten, besserte sich sein Zustand nicht. 2009 kaufte Pavel Šmíra das Schloss und ließ es von 2010 bis 2016 samt dem angrenzenden Areal vollständig sanieren5. Das Schloss ist in Privatbesitz und hat nie der Gemeinde gehört2. Beim ersten Ostermarkt auf dem Schloss im Jahr 2025 konnten viele Menschen es zum ersten Mal nach der Sanierung besichtigen7.

Die Kirche der heiligen Anna

Innenraum der Kirche der heiligen Anna mit gotischem Gewölbe, 2017
Innenraum der Kirche der heiligen Anna mit gotischem Gewölbe, 2017 Foto: Ikcur, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Kirche der heiligen Anna ist laut der Stadt das zweitälteste Bauwerk von Rychvald. Bernard Barský von Baště ließ sie 1595–1596 als protestantische Kirche errichten2, und zwar an einem anderen Ort als dort, wo die durch den Brand zerstörte Holzkirche gestanden hatte. Baumeister war wahrscheinlich Bernard Leo aus Locarno, einer der sogenannten welschen, also italienischsprachigen Baumeister. Laut der Stadt befindet sich sein Grabstein von 1603 in der Kirche des heiligen Wenzel in Ostrava2. Auch bei der Kirche berichtet die Überlieferung, dass für den Bau Material aus dem abgerissenen Kloster von Orlová verwendet wurde.

Es ist eine einschiffige Kirche mit polygonalem Chorschluss und einem vierseitigen Turm an der Westfassade. Der Denkmalkatalog des Nationalen Denkmalinstituts wertet sie als Beleg dafür, wie gotische Formen in der regionalen Architektur bis zum Ende des 16. Jahrhunderts nachwirkten8. Die Kirche hat ein gotisches Rippengewölbe, und die Fenster enden in Spitzbögen mit schlichtem Dreipassmaßwerk. Auf den Schlusssteinen des Gewölbes stehen die Jahreszahl 1596, das Monogramm B. B. Z. B. und das Wappen von Bernard Barský. Über dem Seiteneingang befindet sich ein steinerner Sturz mit demselben Relief wie über dem Eingang des Schlosses2.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Kirche beschädigt und stand lange ungenutzt. 1759 weihte sie Bischof Philipp Gotthard Schaffgotsch. Die ursprünglichen Glocken wurden im Ersten Weltkrieg für Kriegszwecke beschlagnahmt. Die neuen Glocken aus der Zwischenkriegszeit, deren Patin Franziska Starhemberg war, ereilte im Zweiten Weltkrieg dasselbe Schicksal2. Heute hat die Kirche eine Glocke im Turm und eine Sterbeglocke. Die Umgebung der Kirche diente bis 1908 als Friedhof2. Im Inneren steht ein neugotischer Altar von 1895, und 2012 wurde die Kirche umfassend instand gesetzt. Unterhalb der Kirche steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das die Stadt im Jahr 2025 in seine ursprüngliche Gestalt zurückversetzen wollte9.

Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs unterhalb der Kirche der heiligen Anna, 2021
Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs unterhalb der Kirche der heiligen Anna, 2021 Foto: MartinVeselka, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Kohle verändert das Dorf

Die Bahnstrecke von Orlová nach Bohumín in Rychvald, 2011
Die Bahnstrecke von Orlová nach Bohumín in Rychvald, 2011 Foto: Michal Klajban, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Bis ins 19. Jahrhundert war Rychvald ein Bauerndorf. Erst die Ausbreitung des Kohlebergbaus in der Umgebung veränderte laut der Stadt die Zusammensetzung der Bevölkerung2, und aus dem Dorf wurde nach und nach eine Bergarbeitergemeinde. Die Einwohnerzahl stieg rasch: 1869 waren es 2.277, 1910 bereits 6.16310. Aus einer Bergarbeiterfamilie stammte auch der spätere Opernsänger Přemysl Kočí, dessen Vater Bergmann war11. Um die Jahrhundertwende entstanden im Ort tschechische Vereine, und 1905 wurde ein Sokol-Turnverein gegründet12.

Seit dem Ende der 1860er Jahre führt die Strecke der ehemaligen Kaschau-Oderberger Bahn durch den Ort2. Die Haltestelle beim Schloss hieß ab 1921 tschechisch Rychvald zámek. Personenzüge verkehrten hier bis in die 1960er Jahre, heute dient die Strecke nur noch dem Güterverkehr. Ab Anfang der 1990er Jahre mündete bei der ehemaligen Haltestelle ein Gleis von der Grube Heřmanice in die alte Strecke, auf dem Kohlezüge fuhren.

Im 20. Jahrhundert wurde auch direkt unter Rychvald Kohle abgebaut. Die Gemarkung gehörte zum Grubenfeld der Grube im benachbarten Heřmanice. Schon 1951 begann man im Rychvalder Teil des Feldes mit dem Abteufen des ausziehenden Wetterschachts Stalin 4, der ab 1962 zum neu gegründeten Zweigbetrieb Rychvald gehörte13. Die Schächte wurden für einen großen Betrieb gebaut, in den täglich über 1.500 Bergleute einfahren sollten. Nach der Drosselung des Bergbaus Ende der 1960er Jahre erhielt jedoch die Firma Autopal einen großen Teil der Gebäude, und die Schächte blieben nur Hilfsanlagen, durch die keine Menschen einfuhren14. Die Kohle aus dem Rychvalder Teil des Feldes wurde in Heřmanice zutage gefördert. Der Abbau endete am 30. Juni 199313.

Abzweigstelle Rychvald, 2020
Abzweigstelle Rychvald, 2020 Foto: Petr Štefek, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Zwischen den Kriegen und unter der Besatzung

Hus-Gemeindehaus der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche, 2021
Hus-Gemeindehaus der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche, 2021 Foto: MartinVeselka, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns stritten Polen und die Tschechoslowakei um das Teschener Land. Bei der ersten, vorläufigen Teilung im Jahr 1918 kam Rychvald unter polnische Verwaltung, bei der endgültigen Teilung im Jahr 1920 fiel es an die Tschechoslowakei2. Von 1924 bis 1925 baute die Tschechoslowakische Hussitische Kirche hier ihre eigene Kirche mit einem mächtigen polygonalen Turm2. Als die Einwohnerzahl siebentausend überstieg, beantragte die Gemeinde die Erhebung zum Marktflecken, also zu einem Städtchen. Noch im selben Jahr, 1935, wurde dem Antrag stattgegeben2.

Nach dem Münchner Abkommen, am 11. Oktober 1938, besetzte die polnische Armee Rychvald. Die tschechischen Schulen und die hussitische Kirche wurden geschlossen, die tschechischen Vereine aufgelöst; die Kirche weihte Bischof Adamski am 15. August 1939 als katholische Kirche2. Am 1. September 1939, dem Tag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, besetzte die deutsche Armee den Ort, und Rychvald wurde dem Deutschen Reich angegliedert. Jüdische Familien aus dem Ort kamen in Konzentrationslagern um. Im Ort wirkte die Widerstandsgruppe von Rudolf Peschel, die die Gestapo im Oktober 1944 aufdeckte. Nach Angaben der Stadt richteten die Nationalsozialisten siebzehn Einwohner des Ortes wegen Widerstandstätigkeit hin2. Rychvald wurde am 1. Mai 1945 befreit, und die hussitische Gemeinde kehrte danach in ihre Kirche zurück.

Ein Denkmal beim Stadtamt erinnert an diejenigen, die in den Jahren 1939–1945 ums Leben kamen. Es trägt die Namen der Opfer und erinnert auch an sieben jüdische Familien, zwei bei Dünkirchen gefallene Soldaten und zwei Rotarmisten15. Unter den Namen ist auch der Lehrer Bohuslav Kučera, ein gebürtiger Rychvalder, der die Partisanen in den Beskiden unterstützte und Ende 1944 hingerichtet wurde. Daneben befindet sich eine Gedenktafel für Angehörige des Auslandswiderstands in Großbritannien, die Brüder Josef und Fridolín Gemrot und Bedřich Bogumský15. Fridolín Gemrot flog als Radarbediener in der 68. Nachtjagdstaffel der RAF, Bogumský als Bordschütze in der 311. tschechoslowakischen Bomberstaffel.

Denkmal für die Opfer der Jahre 1939–1945 und Tafel für den Auslandswiderstand beim Stadtamt, 2011
Denkmal für die Opfer der Jahre 1939–1945 und Tafel für den Auslandswiderstand beim Stadtamt, 2011 Foto: Michal Klajban, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Der Skučák und weitere Teiche

Röhricht im Naturreservat Skučák, 2011
Röhricht im Naturreservat Skučák, 2011 Foto: Michal Klajban, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Laut der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik gehört der Skučák zu den ältesten Zeugnissen der Teichwirtschaft im Karwiner Gebiet16. Die Teiche in der Region erlebten Ende des 15. Jahrhunderts einen raschen Aufschwung, und damals taucht unter ihren Namen auch der Skučák auf16. Die Rychvalder nennen ihn laut dem Bürgermeister seit jeher Škuťok17. Seit 1969 ist er ein Naturreservat mit einer Fläche von etwa 30 Hektar18. Geschützt werden hier das Ökosystem des Teiches mit den angrenzenden Feuchtgebieten sowie ein Brutplatz und Sammelplatz ziehender Wasservögel. Im dichten Schilf brüten die Rohrweihe und die Wasserralle, auf dem Wasser kann man Haubentaucher und verschiedene Entenarten beobachten18.

Bei der Ausweisung des Reservats bedeckte die geschützte Seekanne, eine seltene Wasserpflanze, die Wasserfläche18. Etwa ab den 1970er Jahren verschwanden die Wasserpflanzen jedoch infolge intensiver Fischzucht, Zufütterung, Düngung und Kalkung, und ab 1984 blühte die Seekanne auf dem Teich nicht mehr. Die Agentur für Natur- und Landschaftsschutz ließ den Teich deshalb entschlammen. Aus dem Reservat wurden über 48.000 m³ Erdreich abgefahren, aus dem übrigen Sediment entstanden vier Inseln und im Röhricht verzweigte Lagunen. Die Arbeiten endeten im April 2005, und auf den neuen Inseln brüteten sofort Möwen und Kiebitze. Aus Samen, die im Schlamm überdauert hatten, keimten Tausende Sämlinge der Seekanne, und noch im selben Sommer, im Juli, blühten die ersten Pflanzen16. Die Seite der Region über das Reservat aus dem Jahr 2022 führt die Seekanne jedoch unter den Arten, die aus dem Teich verschwunden sind, und nennt ihre Rückkehr als Schutzziel18.

In Rychvald gibt es noch weitere Teiche. Am westlichen Stadtrand beim Schloss liegen der Velký und der Malý Cihelňák, südwestlich des Skučák der Podkostelní-Teich. Der Teich Nový stav hatte laut der Stadt einst 60 Hektar. Er wurde kleiner, weil der Untergrund durch den Bergbau absank und der Teich beim Bau eines Wetterschachts der Grube Heřmanice teilweise mit Abraum verfüllt wurde; heute angeln hier Sportfischer2. Zusammen mit dem Heřmanický-Teich, dem Lesník, der Figura und dem Záblatský-Teich bildet er das europäisch bedeutsame Gebiet Heřmanický rybník13. Auf einer Wiese unweit des Skučák wächst eine geschützte Stieleiche, die Rychvalder Eiche genannt wird. Bei der Schule in der Wohnsiedlung liegt ein Findling, der beim Sandabbau gefunden wurde und laut der Stadt mehrere Tonnen wiegt2.

Künstliche Insel im Skučák, 2023
Künstliche Insel im Skučák, 2023 Foto: Ondatra2310, CC0, Wikimedia Commons
Die geschützte Rychvalder Eiche, 2023
Die geschützte Rychvalder Eiche, 2023 Foto: Fry72, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Rychvald heute

Friedensplatz mit dem Kulturhaus, 2021
Friedensplatz mit dem Kulturhaus, 2021 Foto: MartinVeselka, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Stadt ist Rychvald seit 19852. Von 1963 bis 1968 entstand im Zentrum eine Wohnsiedlung mit Grundschule, Kindergarten, Gesundheitszentrum, Apotheke, Kulturhaus mit Bibliothek und Einkaufszentrum. Laut der Stadt entstand so ein kleiner Platz, den Rychvald bis dahin nicht gehabt hatte12; er heißt Friedensplatz (Náměstí Míru). Nach 1990 wurde fast der ganze Ort an die Gasversorgung angeschlossen, und es entstanden eine neue Kläranlage, ein Haus mit betreutem Wohnen und ein Kreisverkehr im Zentrum. Von der alten dörflichen Bebauung blieb laut der Stadt nur das Haus Nr. 39 erhalten, das 1821 als Schule gebaut wurde und in dem bis 1938 das Gemeindeamt seinen Sitz hatte2. Seit Beginn des Jahrhunderts ist die Einwohnerzahl von Rychvald um rund tausend gestiegen19.

Zu den alten Traditionen gehört die Kirchweih Anfang Juli mit einem Gedenkfeuer2; der Umzug zieht von der hussitischen Kirche los20. In der hussitischen Kirche, deren Schiff Malereien der akademischen Maler Hanuš von 1932 und Obšil von 1957 schmücken, finden Adventskonzerte und Konzerte des Sankt-Wenzels-Musikfestivals statt. Neuere Traditionen sind die Fischfeste, Weihnachtsmärkte und eine lebende Krippe. Im Ort sind die Sportvereine TJ Sokol, TJ Slavoj und TJ Baník sowie ein Schachverein aktiv, der den Rychvalder Schachsommer veranstaltet2.

In Rychvald wurde der Opernsänger Přemysl Kočí geboren. Von 1949 bis 1967 war er Solist der Oper des Nationaltheaters und von der Spielzeit 1969/1970 bis Ende 1978 Direktor des Theaters11. Hier geboren wurde auch der Komponist, Dirigent und Chorleiter Karel Kupka21. Pfarrerin der hussitischen Gemeinde ist laut der Stadt Jana Šilerová, die 1999 Bischöfin der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche wurde2.

Schiff der hussitischen Kirche mit Emporen, 2024
Schiff der hussitischen Kirche mit Emporen, 2024 Foto: Ikcur, CC0, Wikimedia Commons

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Quellen

  1. Český statistický úřad: Počet obyvatel v obcích k 1. 1. 2025
  2. Město Rychvald: O Rychvaldu
  3. Poslanecká sněmovna, Registr komunálních symbolů: Rychvald
  4. Národní památkový ústav, Památkový katalog: zámek Rychvald
  5. Poznej domy: Zámek Rychvald
  6. Státní okresní archiv Karviná: Rod Larisch-Mönnich (projekt Stará Karvinná)
  7. Město Rychvald: Velikonoční jarmark na rychvaldském zámku, který pořádal první exkurze (2025)
  8. Národní památkový ústav, Památkový katalog: kostel sv. Anny
  9. Město Rychvald: Město žádá občany o pomoc při obnově památníku obětem 1. světové války (2025)
  10. Český statistický úřad: Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005, I. díl (PDF)
  11. Archiv Národního divadla: Přemysl Kočí
  12. Město Rychvald: Město Rychvald
  13. DIAMO, státní podnik: Projekt komplexního řešení sanace a rekultivace ÚMTO – odval Heřmanice (2020, PDF)
  14. Zdař Bůh.cz: Jámy Rudý říjen IV a V (Rychvald IV, V)
  15. Spolek pro vojenská pietní místa: Rychvald, Orlovská
  16. Ochrana přírody 5/2006 (AOPK ČR): Obnova přírodních hodnot PR Skučák (PDF)
  17. Město Rychvald: Kolem rybníku Skučák by mohla vést naučná stezka (2021)
  18. Moravskoslezský kraj: Přírodní rezervace Skučák
  19. Město Rychvald: Statistické údaje
  20. Město Rychvald: Rychvaldská pouť 5. 7. a 6. 7. 2026
  21. Národní divadlo moravskoslezské: Karel Kupka – životopis
  22. Wikipedie: Rychvald
  23. Wikipedia (pl): Rychwałd (Czechy)
  24. Wikipedie: Rychvald (zámek)
  25. Wikipedie: Kostel svaté Anny (Rychvald)
  26. Wikipedie: Rychvald (odbočka)
  27. Wikipedie: Fridolín Gemrot
  28. Wikipedie: Bohuslav Kučera (učitel)
  29. Wikipedie: Rychvaldský dub

Diesen Artikel hat künstliche Intelligenz aus geprüften öffentlichen Quellen verfasst; die Fakten wurden an den Quellen überprüft und redaktionell freigegeben. Die Fotos stammen aus Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz sind jeweils angegeben. Aus dem Tschechischen übersetzt von künstlicher Intelligenz.

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