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Stonava: Siedlungen an der Stonávka, drei Gruben und das Ende der Steinkohle
Stonava liegt im historischen Teschener Schlesien, ein Stück südlich von Karviná, am Flüsschen Stonávka. Hier leben rund 1750 Menschen1. Amtlich ist die Gemeinde nicht in Ortsteile gegliedert, sie besteht aber aus verstreuten Siedlungen wie Hořany, Dolany, Holkovice oder Bonkov, und über ihnen erhebt sich der Backsteinturm der Kirche der heiligen Maria Magdalena.
Jahrhundertelang war Stonava ein Bauerndorf. Im 20. Jahrhundert umschlossen es Gruben von drei Seiten, und wegen der Bergsenkungen verschwanden ganze Siedlungen. In der Grube ČSM in Stonava endete zum 31. Januar 2026 der Kohleabbau unter Tage in Tschechien2. Die Gemeinde verlor einen großen Teil ihrer Einwohner, doch sie ist geblieben und pflegt ihre Traditionen: die Kirmes, die Vereine und das Miteinander von Tschechisch und Polnisch.
Stonava – Dokumentarfilm
4:51Die Synchronfassung spricht eine synthetische Stimme (künstliche Intelligenz).
Der Schwedenhügel, die Kirche der heiligen Maria Magdalena, ein von drei Gruben umschlossenes Dorf und das Ende des letzten Steinkohlenbergwerks Tschechiens. Eine Dokumentation aus geprüften Quellen. Gesprochen von einer synthetischen Stimme (künstliche Intelligenz). In 4K auf YouTube
Quellen und Bildnachweise
Quellen der Fakten: Wikipedie: Stonava, Wikipedia: Stonawa, Wikipedia (en): Stonava, Wikipedie: Důl ČSM, Wikipedie: Švédský kopec, Obec Stonava, Památkový katalog NPÚ
- 2012 Stonawa, Kościół św. Marii Magdaleny 03.jpg, Marcin Konsek, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- 2014 Stonawa, Kościół św. Marii Magdaleny 01.jpg, Hons084, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- CZE Stonava Odpust 2018.jpg, D T G, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Colliery 9. kveten.JPG, Quar, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Dom Robotników w Stonawie 02.jpg, Spicysałatka, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Důl ČSM sever.jpg, Petr Štefek, CC BY-SA 3.0 cz (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Kaple (Stonava)2.jpg, OtaconCZ, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Polska szkoła Stonawa-Hołkowice.jpg, Nonac71, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava - tvrziště Švédský kopec (19).jpg, MartinVeselka, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava 350.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, OÚ.jpg, Palickap, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, Stonávka (2).jpg, Palickap, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, Stonávka.JPG, Michal Klajban, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, dub na hrázi (5).JPG, Michal Klajban, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM 01.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM 02.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM 03.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM, 04-02-2026, slavnostní ukončení těžby 01.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM, pohled od jihu.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, důl ČSM, pohled od severu.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, kostel sv. Máří Magdalény (2).JPG, Michal Klajban, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, luteránský kostel (7).JPG, Michal Klajban, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, park, poslední vozík z dolu 9. květen.jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, radnice (1).JPG, Michal Klajban, CC BY-SA 3.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Stonava, sídliště Hořany 03 (v popředí dům č.p. 1020).jpg, Kamil Czaiński, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet: výřez, zmenšení a pohyb kamery; překryt textem)
- Czech Republic adm location map.svg, NordNordWest, CC BY-SA 3.0 de (bearbeitet: doplněn bod obce a popisky měst)
Das Dorf an der Stonávka
Stonava gehört zum Bezirk Karviná und liegt im Ostrauer Becken. Im Norden und Osten grenzt es an Karviná, im Westen an Horní Suchá und im Süden an Albrechtice. Die Gemeinde umfasst knapp 14 km², ihr ganzes Gebiet bildet eine einzige Katastralgemeinde3. Mitten durch den Ort fließt von Süden nach Norden die Stonávka, ein Flüsschen, das aus den Beskiden kommt und hinter Stonava in Karviná in die Olsa mündet. In Stonava bildet sie stellenweise ausgeprägte Mäander, und das Gelände zu beiden Seiten ihres Tals steigt sanft an.
Der strategische Entwicklungsplan der Gemeinde beschreibt Stonava als typisches schlesisches Dorf mit einem zentralen Raum und Streubebauung. Eine Beschreibung aus dem Jahr 1918 schildert es als „eine große malerische Gemeinde in Schlesien mit unregelmäßiger Bebauung, die durch Felder und Feldgehölze voneinander getrennt ist“3. Statt amtlicher Ortsteile kennen die Menschen hier Siedlungen: Hořany, Dolany, Holkovice, Bonkov, Kateřina, Mexiko, Stavy oder Nový Svět. Polnisch heißt die Gemeinde Stonawa, deutsch Steinau. Ihren Namen teilt sie mit ihrem Flüsschen, und seine Herkunft wird unterschiedlich gedeutet: als Stínava, also Ort im Schatten, oder nach einem deutschen Ausdruck für ein steiniges Flüsschen. Wappen und Fahne erhielt die Gemeinde 1994. Das Wappen zeigt in grünem Schild einen silbernen gekrönten Greif, der einen goldenen Schild mit einem schwarzen Buchstaben S hält4.
Das mittelalterliche Dorf und der Schwedenhügel
Die erste schriftliche Erwähnung von Stonava stammt vom Ende des 14. Jahrhunderts5. Im Mittelalter hatte das Dorf mehrere adlige Besitzer zugleich, und einige von ihnen nannten sich „von Stonava“, etwa Zbyněk von Stonava, der 1415 erwähnt wird3. Es gehörte zum Herzogtum Teschen. Die erste Erwähnung der hiesigen Kirche stammt nach Angaben der Gemeinde aus dem Jahr 14476. Im 16. Jahrhundert setzte sich im Herzogtum die Reformation durch, und die Kirche ging an die Lutheraner über; den Katholiken wurde sie Mitte des 17. Jahrhunderts zurückgegeben.
Südlich der Siedlung Holkovice liegt in einem kleinen Wäldchen über einem Bach ein künstlich aufgeschütteter Hügel, der Schwedenhügel genannt wird. In der Zentralen Liste der Kulturdenkmäler ist er als „mohyla švédská“ (Schwedischer Grabhügel) verzeichnet und steht seit 1958 unter Schutz. Der Denkmalkatalog bezeichnet ihn als „bedeutendes Denkmal der mittelalterlichen Befestigungstechnik“ aus dem 14. bis 15. Jahrhundert7. Archäologische Untersuchungen erkannten darin eine kleine Befestigung vom Typ Motte, also eine Anlage auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel. Vermutlich stand hier die Feste der Besitzer von Stonava.
Um den Hügel ranken sich Sagen. Nach einer ist er ein Massengrab schwedischer Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg. Nach einer anderen starb hier in einem schwedischen Lager ein neugeborener Sohn des schwedischen Königs, und jeder Soldat warf eine Handvoll Erde auf sein Grab. Als vor dem Ersten Weltkrieg zwei Kleinbauern mit Erde vom Hügel ihre Felder einebnen wollten, soll alles, was sie tagsüber wegfuhren, in der Nacht zurückgekehrt sein, und binnen eines Jahres starben beide. Die Forschung hat die Sage vom Grab nicht bestätigt.
Kohle, Zuwanderer und das Arbeiterhaus
Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war Stonava ein Bauerndorf. 1869 lebten hier 1516 Menschen5. Nach 1870 begann es sich mit dem Aufschwung des Steinkohlenbergbaus in der Umgebung zu verändern. Viele Einwohner lebten vom Bergbau, und es kamen Zuwanderer, vor allem aus dem Vorgebirge und aus dem benachbarten Galizien. Bis 1910 stieg die Einwohnerzahl auf 39525. Bei den österreichischen Volkszählungen gab die überwältigende Mehrheit Polnisch als Umgangssprache an, also als die Sprache, in der man sich im Alltag verständigte. In der Praxis war das die örtliche Teschener Mundart. Etwa ein Fünftel der Einwohner waren Lutheraner. Sie gehörten zur Gemeinde in Bludovice. 1858 weihten sie jedoch einen eigenen Friedhof und 1900 eine evangelische Schule6, in der auf Polnisch unterrichtet wurde.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert entstand in Stonava die Konsumgenossenschaft der Arbeiter und Landwirte, polnisch Stowarzyszenie Spożywcze dla Robotników i Rolników w Stonawie. Sie wurde zum Mittelpunkt des politischen und kulturellen Lebens im Ort und besaß ein eigenes Schlachthaus, eine Bäckerei und ein Netz von Läden. Nach Angaben der Gemeinde krönte sie ihre Erfolge mit dem Bau des Arbeiterhauses3. Das Gebäude mit Saal und Gasthaus steht bis heute.
Zwei Kirchen und eine Kapelle
Das Wahrzeichen der Gemeinde ist die Kirche der heiligen Maria Magdalena. Sie wurde 1906–1910 erbaut, als František Krzystek Pfarrer und erster Dechant von Karviná war6. Zuvor stand an der Stelle des heutigen Friedhofs eine Holzkirche, die noch bis März 1913 genutzt wurde6. Die neue Kirche ist ein längsgerichteter einschiffiger Bau aus unverputzten roten Ziegeln mit Querschiff, halbrunder Apsis und einem in die Eingangsfront eingebauten Turm8. Die Fassade schmücken grün glasierte Ziegel in geometrischen Mustern, über dem Eingang sitzt eine Fensterrose. Seit 1992 ist die Kirche ein Kulturdenkmal8. Sie steht auf unterbergbautem Gelände und muss häufig repariert werden. Anfang der 1990er-Jahre wurde sie von Grund auf instand gesetzt, und 1994 reparierten und konservierten Restauratoren ihr Inneres einschließlich der Ausmalung8.
Die Lutheraner versammelten sich lange Zeit zu ihren Gottesdiensten in der Schule. Ihre eigene Kirche bauten sie 1938: Der Grundstein wurde im Juli geweiht, die fertige Kirche am 1. November6. Sie steht gegenüber dem evangelischen Friedhof, auf dem auch der in Stonava geborene evangelische Pfarrer Vladislav Santarius begraben ist. Neben der Kirche der heiligen Maria Magdalena und dem Schwedenhügel ist das dritte Kulturdenkmal der Gemeinde die kleine Marienkapelle beim Haus Nr. 37. Sie steht an einem Ortsweg zwischen hohen Bäumen und hat eine Giebelfront, eine halbrunde Apsis und ein Satteldach. Erbaut wurde sie nach 1836, unter Schutz steht sie seit 19949.
Zwischen zwei Staaten
Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns beanspruchten sowohl die Tschechoslowakei als auch Polen das Teschener Land. Um den Jahreswechsel 1918/1919 kam Stonava unter polnische Verwaltung, und im Januar 1919, während des kurzen tschechoslowakisch-polnischen Krieges, besetzten es tschechoslowakische Truppen. Am 26. Januar 1919 wurde in Stonava gekämpft. Auf dem örtlichen Friedhof liegt ein Grab der polnischen Soldaten, die damals fielen, und 2019, hundert Jahre nach den Kämpfen, fand dort eine Gedenkfeier statt10. Im Sommer 1920 wurde das Teschener Land geteilt, und Stonava fiel an die Tschechoslowakei.
1930 lebten in Stonava 4819 Menschen, so viele wie nie zuvor in seiner Geschichte5. Es gab zwei Bibliotheken, eine tschechische und eine polnische. Im Oktober 1938 fiel Stonava an Polen, ab September 1939 war es vom nationalsozialistischen Deutschland besetzt11. Während der Besatzung beschlagnahmten die Deutschen die Bücher beider Bibliotheken als Rohstoff für Papier. Erhalten blieben vor allem die, die gerade ausgeliehen waren. Nach dem Krieg verlor die Familie Larisch, der noch nach dem Ersten Weltkrieg der Großteil der Grundstücke hier gehörte, ihren Besitz3. Den Schlosshof mit dem Schloss nutzten danach landwirtschaftliche Betriebe.
Ein Dorf, umschlossen von Gruben
Unter Stonava liegt Steinkohle, und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden rund um den Ort drei Gruben. An der Grenze zu Horní Suchá begann in den 1950er-Jahren der Bau der Grube Suchá-Stonava, später in Grube 9. Mai umbenannt, und dort wurde ab 1960 Kohle gefördert12. Im Osten der Gemeinde entstand die Grube ČSM, in der ab 1968 gefördert wurde2. An der Nordgrenze der Gemeinde, beim Karvináer Stadtteil Darkov, wurde ab 1972 die Grube Darkov gebaut, und der erste Kohlenwagen kam dort im April 1982 ans Tageslicht13. Der Bau der Grube ČSM fand sogar Eingang in einen Film. Der Spielfilm Začít znova erzählt von jungen Freiwilligen, die zum Bau ihres Südbetriebs kamen. Die Dreharbeiten begann der in Stonava geborene Regisseur Vladislav Delong; als er erkrankte, stellte Regisseur Miroslav Hubáček den Film 1963 fertig14.
So umschlossen drei Gruben Stonava von drei Seiten. Wegen der Bergsenkungen verschwanden die Siedlung Křivý Důl und der größte Teil von Kateřina, Dolany und Mexiko, in den 1960er-Jahren wurde auch das Schloss mit dem Schlosshof abgerissen. Anfang der 1960er-Jahre entstanden zwei kleine Wohnsiedlungen, in Hořany und in Nový Svět, für Bergmannsfamilien und für Menschen, deren Häuser dem Bergbau weichen mussten. Die Einwohnerzahl sank von 4511 im Jahr 1961 auf 1714 im Jahr 19915. Laut dem strategischen Entwicklungsplan der Gemeinde führte der Bergbau „beinahe zur Auslöschung der Gemeinde“. Große Teile der früher bewohnten Landschaft wurden unbewohnbar, und die neue Bebauung konzentrierte sich auf einen kleinen Kern zwischen der Stonávka, den Arealen der Gruben ČSM und Darkov und der Straße im Süden3.
Grubenunglück und Ende des Bergbaus
In der Grube 9. Mai endete die Förderung 201612. Zwei Jahre später, am 20. Dezember 2018, explodierte in der Grube ČSM Methan. 13 Bergleute kamen ums Leben, zwölf aus Polen und einer aus Tschechien, zehn weitere wurden verletzt. Polen rief für seine Bergleute Staatstrauer aus. In Stonava erinnert ein Denkmal in Form einer Träne an die Opfer, dort finden Gedenkfeiern statt15.
Im Februar 2021 endete die Förderung in der Grube Darkov. Unter Stonava liegt nach Angaben der Gemeinde der Hauptteil ihres 26 km² großen Grubenfelds, und die Gemeinde verlor damit Ausgleichszahlungen für den Bergbau in Höhe von jährlich mehreren Dutzend Millionen Kronen16. Der letzte Förderwagen der Grube 9. Mai und daneben ein Wagen aus Darkov stehen heute in einem Park im Ortszentrum. Auf dem Gebiet von Stonava förderte danach nur noch die Grube ČSM, das letzte aktive Steinkohlenbergwerk Tschechiens.
Das Unternehmen OKD beendete dort zum 31. Januar 2026 den Kohleabbau unter Tage in Tschechien – laut eigener Mitteilung nach fast 250 Jahren2. Seit 1968 waren hier über 124 Millionen Tonnen Kohle gefördert worden2. Der symbolische letzte Förderwagen kam am 4. Februar 2026 ans Tageslicht17. Seit dem Sommer 2026 werden die Schächte der Grube verfüllt, im September kam der zweite von vier an die Reihe. Die technische Stilllegung soll laut OKD bis Anfang 2029 dauern2.
Stonava heute
Seit 1990 ist die Einwohnerzahl stabil, in den letzten Jahren sinkt sie leicht3. Hier lebt eine zahlenmäßig starke polnische Minderheit: Bei der Volkszählung 2021 bekannten sich 247 Einwohner zur polnischen Nationalität, etwa jeder siebte18. Die Grundschule der Gemeinde unterrichtet auf Tschechisch und auf Polnisch. Die Unterstufe mit Tschechisch als Unterrichtssprache befindet sich in Hořany, die Oberstufe in Dolany und die Schule mit polnischer Unterrichtssprache in Holkovice19. Die Gemeindebibliothek im Schulgebäude in Dolany hat über 13 000 Bände, davon etwa ein Drittel polnische20.
Das traditionelle Fest der Gemeinde ist die Kirmes im Juli zum Fest der Kirchenpatronin, der heiligen Maria Magdalena. Nach Angaben der Gemeinde findet sie seit 1911 statt und zieht Tausende Menschen an21. Dazu gehören ein Wettbewerb im Sensenmähen vor dem Gemeindeamt, ein Auftritt der Bergmannskapelle, ein Feuerwerk und Messen auf Tschechisch und Polnisch22. Der damalige Bürgermeister Ondřej Feber sagte 2022, dass zur Kirmes auch Menschen aus Stonava gern zurückkehren, die den Ort wegen des Bergbaus verlassen mussten21.
Die Vereine knüpfen an die Bergbau- wie an die polnische Tradition an. Der Verein der Bergleute in Tracht geht auf eine Bergmannsvereinigung zurück, die im März 1914 gegründet wurde. Die Ortsgruppe des Polnischen Kultur- und Bildungsverbands hat rund 180 Mitglieder, einen Chor und die Kinderfolkloregruppe Dziecka ze Stonawy. In der Vorweihnachtszeit findet hier das internationale Festival für Kammer- und Ensemblegesang Stonavská Barborka statt11. In der Natur lohnen das Tal der Stonávka und zwei geschützte Eichen einen Blick: die Eiche am Damm und die Eiche an der Stonávka in der Siedlung Stavy.