Důl Václav Bergwerk
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Die Grube Václav lag in Poruba bei Orlová, im nördlichen Teil des Petřvalder Teilbeckens, südlich der Straße nach Rychvald. Diese Steinkohlen-Tiefbaugrube ist ein wichtiges Kapitel der Industriegeschichte Schlesiens.
Die Geschichte der Grube ist mit der Expansion eines großen österreichischen Industriekonzerns verbunden. 1881 entstand die Oesterreichische Alpine Montangesellschaft (ÖAMG), gegründet auf Initiative der französischen Bank Union Générale und der Österreichischen Länderbank. Sie vereinigte nach und nach Dutzende Bergbau- und Eisenhüttenbetriebe, vor allem in Österreich und der Steiermark, und gehörte zu den größten Unternehmen der Habsburgermonarchie. Zur ÖAMG gehörte die Innsche Hauptgewerkschaft (Innské hlavní těžířstvo), die in Poruba Grubenbesitz hatte.
1899 wurde die Grube Nr. I gegründet, benannt nach der Reihenfolge der Gründung der Bergbaubetriebe. Allmählich setzte sich der Name Alpine (Alpineschacht) durch, im Volksmund Alpinka oder Václavka. Das Grubenfeld hatte zwei Schächte: den 1899 bis auf 340 Meter zur dritten Sohle abgeteuften Förderschacht und den 1903 abgeteuften Wetterschacht Nr. 2, ebenfalls bis zur dritten Sohle. 1899 umfasste das Feld 180,7 Hektar, bis 1927 wuchs es auf 473,7 Hektar.
Politische Umbrüche veränderten die Eigentumsverhältnisse grundlegend. 1926 kaufte der tschechoslowakische Staat den Besitz, ein Jahr später wurde die Grube in Václav umbenannt. Im folgenden Jahrzehnt wechselte der Eigentümer mehrmals: 1938 ging sie an die Československá zbrojovka a.s., 1942 an die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab dem 1. Januar 1946, wurde die Grube Teil des Staatsbetriebs Ostrava-Karviná-Gruben (Ostravsko-karvinské doly).
Unter dem neuen Eigentümer lief eine große Rekonstruktion. Der Plan, die Grube mit der benachbarten Grube Evžen zusammenzulegen und die Förderung auf Václav zu verlagern, war schon während des Krieges vorbereitet worden. Das Weiterteufen des Förderschachts Václav 1 begann 1945, blieb aber knapp oberhalb der geplanten siebten Sohle unvollendet. Zusammengelegt wurden die beiden Gruben erst 1955 über einen Querschlag. Auf beide ging dann der Name Tschechoslowakischer Pionier (Československý pionýr) über, der seit 1952 für die Grube Evžen verwendet wurde; Václav wurde Betrieb Nr. 2.
Die technische Ausstattung spiegelte den Fortschritt der Industrietechnik wider. 1902 erhielt der Förderschacht eine Dampffördermaschine System Gutehoffnungshütte (1901 von Andritz in Wien gebaut). Der Wetterschacht hatte einen elektrischen Geissler-Lüfter mit 300 m³/min (1901 von Breitfeld Daněk, Prag, gebaut). Das Kraftwerk war mit zwei Dampfturbinen zu je 650 kW ausgestattet (eine von der Ersten Brünner Maschinenfabrik von 1908, die andere von Bergmann aus Berlin von 1912). Das Kesselhaus hatte ursprünglich vier Kessel der Bauart Garbe; Angaben von 1938 nennen andere Kessel, die Dampf mit 350 °C und 15 atm erzeugten.
1967 wurde die Kohleförderung überstürzt eingestellt. Der Förderturm wurde abgerissen, die technischen Anlagen entfernt. Die Schächte wurden 1973 verfüllt. Vom Grubenareal ist das Verwaltungsgebäude erhalten, das als Kulturdenkmal der Tschechischen Republik eingetragen ist und an die Ära der industriellen Tätigkeit in der Region erinnert. Laut der Website der Stadt standen 2011 auch noch das Kesselhaus und das Maschinenhaus, damals in baufälligem Zustand; ihr Denkmalschutz war 2010 aufgehoben worden.
Damals und heute
Ziehen Sie den Regler, um zu vergleichen, wie das Denkmal zur Zeit seiner Entstehung ausgesehen haben könnte, mit der heutigen Ansicht.
Damals
Heute
Das historische Erscheinungsbild links ist eine KI-generierte Visualisierung und dient nur als Inspiration.
Wissenswertes
– Im Volksmund hieß die Grube Alpinka oder Václavka, nach der Gründerin, der Oesterreichischen Alpine Montangesellschaft. Den Namen Václav trägt sie seit 1927.
– Zur Unterbringung der Bergleute baute die Grube zwischen 1900 und 1921 in Arbeiterkolonien insgesamt 36 Häuser.
– Zur Grube gehörte eine Kokerei, die von 1909 bis 1946 in Betrieb war.
– Ab 1926 gehörte die Grube dem tschechoslowakischen Staat, 1938–1942 der Československá zbrojovka und 1942–1945 der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn.
Führer
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Willkommen in Poruba bei Orlová! Sie stehen am Verwaltungsgebäude der ehemaligen Grube Václav, einer Steinkohlen-Tiefbaugrube, die im Volksmund Alpinka oder Václavka hieß.
Gegründet wurde die Grube 1899 von der Oesterreichischen Alpine Montangesellschaft, einem der größten Unternehmen der Habsburgermonarchie. Daher der Name Alpine. 1926 kaufte der tschechoslowakische Staat den Besitz, und ein Jahr später erhielt die Grube den Namen Václav.
Der Förderschacht war zunächst 340 Meter tief, nach der Rekonstruktion von 1918 bis 1923 erreichte er 580 Meter. Zur Grube gehörten eine Kokerei, ein Kraftwerk und ein Kesselhaus mit einem 70 Meter hohen Schornstein. Das Kraftwerk lieferte auch Strom für die Beleuchtung der Arbeiterkolonien.
Nach dem Krieg wurde die Grube Teil der Ostrava-Karviná-Gruben und 1955 mit der benachbarten Grube Evžen zusammengelegt. Am meisten Kohle wurde hier während der Besatzung 1940 bis 1944 und dann 1958 bis 1966 gefördert.
1967 wurde die Förderung überstürzt eingestellt, der Förderturm abgerissen und die Schächte 1973 verfüllt. Ab 1969 hatte auf dem Gelände der Betrieb KAVOZ seinen Sitz.
Das Gebäude vor Ihnen ist als einziges auf dem Gelände ein Kulturdenkmal. Es erinnert an die Zeit, in der die Kohle Orlová und seine Umgebung verwandelte. Danke für Ihre Aufmerksamkeit und eine gute Weiterreise.
Häufige Fragen
Ist die Grube Václav öffentlich zugänglich?
Die Grube wurde 1967 geschlossen, ihre Schächte wurden 1973 verfüllt. Vom Areal ist das Verwaltungsgebäude erhalten, das ein Kulturdenkmal ist und in dem eine Firma ihren Sitz hat. Führungen nennen die Quellen nicht; das Gebäude können Sie von außen besichtigen.
Wie komme ich mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln hin?
Das Areal liegt im Orlováer Ortsteil Poruba südlich der Straße von Orlová nach Rychvald (Poruba Nr. 209). Aktuelle Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie in einer Fahrplanauskunft.
Was kostet der Eintritt und wird er vor Ort bezahlt?
Für die Besichtigung des Gebäudes von außen wird kein Eintritt erhoben. Führungen durch das Innere nennen die Quellen nicht.
Ist der Besuch für Kinder und Senioren geeignet?
Ein Halt am Gebäude ist kurz und unbeschwerlich und für Kinder wie Senioren geeignet.
Wie lange dauert die Besichtigung?
Für die Besichtigung des Gebäudes von außen genügen wenige Minuten.
Wie sind die Öffnungszeiten und ist eine Reservierung nötig?
Im Gebäude hat eine Firma ihren Sitz, öffentliche Öffnungszeiten gibt es nicht. Von außen ist es jederzeit zu sehen.
Was gibt es in der näheren Umgebung?
In Poruba wächst am Ufer eines Teichs ein geschützter Urweltmammutbaum. In Orlová-Město stehen die neugotische Kirche Mariä Geburt mit dem Schlosspark und die evangelische Kirche aus den Jahren 1861–1862.
Für Kinder
Stell dir vor, du reist mehr als hundert Jahre zurück. Hier in Poruba stand damals eine Grube, die man Alpinka oder Václavka nannte.
Eine Grube ist ein Ort, an dem tief unter der Erde Kohle abgebaut wird. Die Bergleute fuhren in einem Förderkorb in den Schacht hinunter, und der war am Ende fast 600 Meter tief. Das ist mehr als sieben hohe Türme übereinander.
Hier wurde Kohle nicht nur gefördert: In der Kokerei machte man daraus auch Koks, mit dem die Öfen großer Fabriken beheizt wurden.
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Themenroute
Route: Grube Václav und Orlová
1. Grube Václav, Typ: technisches Denkmal, warum sich ein Besuch lohnt: Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Steinkohlengrube Alpine/Václav (1899–1967) in Poruba bei Orlová ist ein Kulturdenkmal. 2. Urweltmammutbaum in Poruba, Typ: geschützter Baum, warum sich ein Besuch lohnt: ein Chinesisches Rotholz am Ufer eines Teichs in Poruba, geschützt seit 1992. 3. Kirche Mariä Geburt, Typ: Sakraldenkmal, warum sich ein Besuch lohnt: eine zweitürmige neugotische Kirche oberhalb des Platzes in Orlová-Město, geweiht 1906, mit einer Treppe mit 98 Stufen. 4. Schlosspark, Typ: Park, warum sich ein Besuch lohnt: ein naturnaher Landschaftspark hinter der Kirche an der Stelle des ehemaligen Schlosses, geschützt seit 1958.
Saisonale Empfehlungen
Frühling
Im Frühling lässt sich ein Halt am Gebäude gut mit einem Spaziergang durch Poruba verbinden, etwa zum geschützten Urweltmammutbaum.
Sommer
Im Sommer eignen sich die langen Tage für einen längeren Ausflug zu den Bergbaudenkmälern von Orlová.
Herbst
Im Herbst empfehlen sich wärmere Kleidung und festes Schuhwerk.
Winter
Im Winter ist das Gebäude wie das ganze Jahr über nur von außen zu sehen; rechnen Sie mit Kälte und kürzeren Tagen.
Visualisierungen und künstlerische Ansichten
Die Visualisierungen werden von künstlicher Intelligenz erzeugt und dienen der Inspiration.
Atmosphäre des Ortes
Die atmosphärische Visualisierung von Umgebung und Epoche wurde von künstlicher Intelligenz erzeugt. Es handelt sich nicht um eine echte Aufnahme des Ortes.
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Quellen und Literatur
Fotos: Ikcur / CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons. Urheber und Lizenz erscheinen auch beim Überfahren des Bildes.
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